Der Vulkan Teneguia


1971 enstand bei einem drei Wochen dauernden Ausbruch der Teneguia, der jüngste Vulkan der Insel. Dies war bislang der letzte Vulkanausbruch auf den kanarischen Inseln.

Auf dem Weg von Fuencaliente nach Los Quemados zweigt in einer scharfen Rechtskurve links eine ruppige Aschenpiste in Richtung Teneguia ab. der Vulkan Teneguia mit seinem Krater und dem dahinter liegenden GipfelWie ruppig diese Piste wird, merkt der Leihwagenmieter jedoch erst, wenn es zu spät ist.

Im hinteren Teil der Strecke, unterhalb des Vulkankegels des San Antonio, befindet sich allerlei Geröll auf dem Fahrweg. Darunter sogar ausgewachsene Felsbrocken.

Im weiteren Verlauf des Pfades trifft man auf Fahrbahn-Dellen, die gut und gerne 30 Zentimeter tief sind. Gut für Geländewagen, schlecht für Opel Corsas. Hat es der beherzte Fahrer es erst einmal bis zum Fuße des Vulkans geschafft, dann erwartet ihn hier ein provisorischer Parkplatz.

Geht man von der Hauptstraße zu Fuß, so schont man den Leihwagen. Für diese Wanderung sollten sie jedoch ab der Hauptstraße zwei Stunden einrechnen. Von Fuencaliente aus hin und zurück liegen Sie bei knapp dreieinhalb Stunden, einschließlich der Teneguia-Gipfelbesteigung.



Enstehung des Vulkan Teneguia

Der Vulkan Teneguia brach 1971 mit mehreren Öffnungen unterhalb des alten Vulkans San Antonio aus, die sich zu einem Schlot vereinten. Einige Nebenkrater sind noch heute zu erkennen. Die Lava des Teneguia ist in das nahegelegene Meer geflossen und hat dort neue Strände und schwarzes Land geschaffen, das heute teilweise von Bananen-Plantagen besiedelt ist.

In der Nähe des Vulkans riecht es noch heute nach Schwefel, einige Stellen sollen sogar heiß genug sein, um dort Eier zu braten. Forscher haben rund um den Vulkan Metallpföcke in den Lavaboden gerammt. Wahrscheinlich wird das Gebiet Tag und Nacht auf seismische Aktivitäten hin überwacht.

Wanderung auf den Vulkan

Vom Parkplatz aus führt ein Trampelpfad auf den Teneguia. Man braucht keinen Wanderführer, um die der Beginn des Trampelpfads auf den Teneguia von oben gesehenausgetretene Strecke zu erkennen. Der Weg ist jedoch mit Geröll übersäht, ohne passendes Schuhwerk sollte man von einer Besteigung des Vulkans absehen.

Wir wurden bereits an dieser Stelle auf einen extremen Wind aufmerksam, der jedoch nicht so stark war, dass wir Grund zur Besorgnis hatten. Nach der Besteigung des San Antonio waren wir von den Naturgewalten bereits andere Dinge gewöhnt.

Der Aufstieg auf den Teneguia gestaltete sich unproblematisch. Man sollte jedoch schauen, wohin man tritt. Wir nutzen mittlerweile aus Erfahrung Teleskop-Wanderstöcke aus Aluminium, um auf rutschigen Pisten zusätzlichen Halt zu gewinnen. Sie sind zusammenschiebbar und passen so in jeden Koffer.

Oben angekommen stellt man fest, dass der Gipfel den man von unten vermutet hatte, nicht die tatsächlich höchste Stelle des Teneguia ist. Um das Gipfelkreuz zu erreichen wandert man noch ein wenig in schwindelnder Höhe in Richtung Meer. Diese Stelle ist vom Parkplatz her nicht einsehbar. Der Weg erfordert Trittsicherheit , ist aber ansonsten recht unproblematisch, weil der Pfad an den meisten Stellen breit genug ist.

Die gleichen Böen wie auf dem San Antonio

Wir hatten bereits auf dem San Antonio Bekanntschaft mit Ihnen gemacht, mit den gewaltigen palmerischen Passat-Böen. Das Erlebnis auf dem Teneguia ist schwer zu beschreiben: Stellen Sie sich eine Plattform in mehreren hundert Metern Höhe vor, die vielleicht 300 Meter lang und 20 Meter breit ist. Sie stehen auf der tiefer gelegenen Seite und wollen zum 50 Meter höher gelegenen Ende.

Das Problem ist: Obwohl Sie das Ziel sehen, kommen nicht hin. Der Wind blies uns am Tage unseres ersten Teneguia-Aufstieges so extrem entgegen, dass wir ungefähr fünfzig Meter vorher aufgegeben mussten. Erstaunlich war, dass der Wind sich an der Spitze des Teneguia zu konzentrieren schien. Vermutlich, da die höchstgelegene Fläche dem Wind die beste Angriffsfläche bot.

Einen derartigen Wind haben wir bisher auf der Welt kein zweites Mal erlebt.

Eine Windschneise am Teneguia

In einem Folgeurlaub wohnten wir in der Ortschaft Los Quemados, in der Nähe des Vulkans San Antonio. Das ist ein Aufstieg, Blick in eine der Schlote des Vulkan TeneguiaGebiet, in dem eigentlich himmlische Ruhe herrscht. Es gibt nur wenige Straßen, und die sind auch noch relativ gering befahren.

Wir saßen nachts oft draussen und genossen die Stille. Ein Geräusch störte jedoch: Ein lautes Rauschen. Es hörte sich an, wie eine vielbefahrene Straße, vielleicht sogar eine Autobahn. Meeresrauschen konnte es nicht sein, das Meer ist dort zu weit entfernt.

Die Lösung des Rätsels waren die Winde, die fast permanent am Teneguia und am San Antonio vorbeipfeifen. Die beiden Vulkane müssen so etwas wie eine Windschneise bilden.

Woher wir das wissen? Ganz einfach. Bei einer ausgedehnteren Wanderung zum Teneguia hatten wir die Gelegenheit uns selbst einmal in dieser Windschneise zu befinden. Sie liegt auf der Südseite des Teneguia und brachte damals mit ihrer Intensität selbst kleinere Steine zum Fliegen.

Die dort zahlreich herumliegenden Sonnenbrillen und Hüte lassen darauf schließen, dass auch andere Urlauber bereits die Winde des Teneguia kennengelernt haben. Am gleichen Tag herrschte diesmal auf dem Gipfel des Teneguia erstaunlicherweise absolute Windstille.

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