Naturgewalt Meer


Die Insel La Palma ist eine der schönsten und einzigartigsten Inseln der Welt. Sie beherbergt viele bemerkenswerte Naturpänomene, die selbst der belesene Urlauber nicht auf den ersten Blick erkennt. Weil diese Unwissenheit auf La Palma eine Gefahr für Sie bedeuten kann, möchten wir an dieser Stelle ein wenig Aufklärungsarbeit leisten.

Wir kannten die Strände von Gran Canaria, Lanzarote und Fuerteventura als wir nach La Palma kamen. Auch viele eine Welle trifft auf die Grantifelsen von La Palmaandere Badeorte rund um die Welt waren uns bekannt. In Reiseführern wird die Gewalt des Meeres auf La Palma oft in Nebensätzen angedeutet und darauf hingewiesen, dass das Baden stellenweise problematisch ist.

Aber ist das nicht das Gleiche, was man überall und über jeden Ort liest? Das mit den roten Fahnen kennen wir doch von unserer eigenen Nordsee. Außerdem sind die meisten von uns passable Schwimmer und alt genug, um drohende Gefahren rechtzeitig zu erkennen. Oder?

Was man gerne verschweigt

Leider nein. La Palmas Brandung gehorcht keinen Fähnchen, ob sie nun blau, grün oder rot sein mögen. Das Meer ist sich hier nur selbst Rechenschaft schuldig und fragt nicht nach menschlichen Gesetzen. Es mag viele Stellen auf der Welt geben, an denen das Schwimmen hin und wieder tückisch ist. Auf La Palma kann jedoch bereits ein Strandspaziergang bei ruhiger Brandung unvermittelt tödlich enden.

Wir haben uns zu diesem Beitrag entschlossen, als wir auf der Seite Blausand.de erfuhren, dass im Januar 2004 ein eben solcher Spaziergang am Strand von Tazacorte zur tödlichen Falle wurde. Eine plötzlich autretende Riesenwelle hat bei ruhiger See drei Menschen erfaßt. Zwei konnten von beherzten Urlaubern gerettet werden, für eine Person kam jede Hilfe zu spät.



Wie ist das möglich?

La Palma ist eine 3000 Meter hohe Vulkaninsel, die auf einem 5000 Meter hohen, unterseeischen Sockel steht. Die Insel ist erdgeschichtlich relativ jung, alle Strände sind kurz und verlaufen steil. Der Altantische Ozean wird hier durch nichts gebremst, das nächste Festland in Richtung Osten sind die Vereinigten Staaten von Amerika.

Der Meeresboden um La Palma ist seit Millionen von Jahren vulkanisch aktiv, die Insel selbst ist dafür der beste der Kampf der Gezeiten an La Palmas Südspitze Beweis. Spontane Wellen, die durch solche oder andere Naturphänomene entstehen, lassen sich aufgrund des stark abfallenden Strandes erst erkennen, wenn die Brandung den Strand bereits erreicht hat.

Augenzeugen berichten immer wieder von plötzlich und ohne Vorwarnung auftretenden Riesenwellen bei geringem oder keinem Seegang. Im Fall der bei Blausand.de beschriebenen Tragödie, befanden sich die Urlauber in einer Distanz von zehn Metern zum Wasser. Dennoch wurden sie erfaßt.

Gespräch mit einem Einheimischen

Die Berichte von Riesenwellen erschienen uns selbst absurd. Bei unserem ersten La Palma Aufenthalt sprachen wir unseren Wanderführer auf dieses Thema an.

Zu unserem Erstaunen erfuhren wir hier aus erster Hand, dass im Winter ein paar spontan große Wellen pro Tag hier floss der Teneguia in das Meerauftreten, und pro Monat meist ein bis zwei Riesenwellen, unabhängig vom jeweiligen Seegang. Es war erschreckend zu hören, dass an den Stränden von La Palma jährlich an die zwanzig Menschen ertrinken.

Zum Ärger des palmerischen Tourismus passieren die Unfälle oft an Stellen, die mit einer roten Dauer-Flagge gekennzeichnet sind. Viele leichtsinnige Touristen wissen entweder nichts über die hier geschilderten Gefahren, oder sie ignorieren die Warnhinweise leichtsinnig. Dabei drohen allein bei der Nichtbeachtung der Hinweise empfindliche Strafen von mehreren hundert Euro.

Unsere Erfahrungen

Diese Berichte sind kein Seemannsgarn. Wenn Sie La Palma im Winter besuchen und sich die Zeit nehmen, das Meer ein paar Stunden zu beobachten, dann werden auch Sie Augenzeige heftiger Wellen.

So erging es uns jedenfalls: Während wir auf einer ca. 20 Meter hohen Klippe, die in das Meer hineinragte, Fotos schossen, detonierte um uns herum irgendwann eine mächtige Brandung. Auch diese Welle blieb bis zum letzten Augenblick unsichtbar. Detoniert schreiben wir deshalb, weil diese Welle das robuste Basaltgestein der umliegenden Steilhänge zum Erbeben brachte. Da alles plötzlich und unerwartet geschah, dachten wir im ersten Augenblick an das Donnern einer Bombe.

Von einem Urlauber wurde uns berichtet, dass eine unerwartet hohe Welle plötzlich den gesamten Strand überflutet hatte. Eine Frau, die mehr als 20 Meter vom Meer entfernt stand, erhielt einen Schubs und verletzte sich beim Sturz auf den steinigen Boden schwer.

Erweisen Sie dem Meer Respekt

Sie sollten Ihren La Palma Urlaub nicht gleich stornieren. Die genannten Riesenwellen treten vornehmlich im Winter die Westküste von La Palmaauf, und auch dann recht selten. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie einen der ganz großen Brecher live erleben, ist sehr gering. Und selbst wenn, dann muß Ihnen hierbei noch nichts Schlimmes passieren.

Aber: Seien Sie sich der real existierenden Gefahr stets bewusst! Schwimmen Sie unter keinen Umständen in Bereichen mit roter Flagge und seien Sie auch ansonsten sehr vorsichtig. Überschätzen Sie Ihre Fähigkeiten nicht.

Wägen Sie sich nicht in Sicherheit, bloß weil der (sichtbare) Seegang gering ist. Auch gute Schwimmer sind einer starken Unterströmung nicht gewachsen. Halten Sie beim Sonnenbaden und beim Strandspaziergang einen deutlichen Abstand zum Wasser.

La Palma ist vor allem im Winter keine unproblematische Badeinsel. Dafür ist hier das Wandern zu jeder Jahreszeit eine interessante und erholsame Alternative.

Unser La Palma Portal mit weiteren nützlichen Hinweisen zur Insel finden Sie hier.

Informationen zur Strandsicherheit in Europa finden Sie auf der Seite Blausand.de.

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Insel La Palma