Los Tilos, der Lorbeerwald


Los Tilos nennt man ein Waldgebiet im Norden von La Palma. Hier leben Pflanzen, die in Europa zum Teil bereits vor Jahrmillionen ausgestorben sind. Günstige klimatische Bedingungen sicherten den lebenden Fossilien ein Überleben auf der grünen Insel.

Los Tilos ist ein dichter, hochgelegener Nebelwald auf dem Rücken der Caldera. Im Zentrum dieses uralten Ökosystems liegt der Barranco del Los Tilos, der dichte Nebelwald von La PalmaAgua, ein tiefes Flußbett, das einst von gewaltigen Wassermassen geschaffen wurde. Rings um diese Schlucht finden sich urwaldhaft anmutende Pflanzen: Ranken, Schlingpflanzen, riesige Farne und hohe Bäume.

Los Tilos wird durch den lebensspendenden Passat permanent mit Wasser versorgt. Jedoch entstammt nicht alles aus dem direkten Niederschlag. Die Nadeln der kanarischen Pinie besitzten die Fähigkeit, den Passat-Nebeln Feuchtigkeit zu entziehen und sie so dem Boden des Waldes zuzuführen.

Aufgrund seiner weltweiten Einzigartigkeit wurde das Gebiet von Los Tilos von der UNESCO zum Biosphären-Reservat erklärt. Dieses UNESCO-Programm stellt Gebiete mit ganz besonderen Ökosystemen unter Naturschutz, um das dort vorhandene genetische Material zu erhalten.

Anfahrt

Sie erreichen Los Tilos auf der Landstraße 830, die von Santa Cruz in Richtung Norden führt. Kurz vor Los Sauces macht die Straße einen großen Schwenk landeinwärts, um den Barranco del Agua zu umfahren. Diese Schleife möchte man sich auf La Palma zukünftig ersparen. Zu diesem Zwecke wird hier derzeit unter spektakulären Bedingungen eine Brücke über dem Abgrund erbaut.

In der am weitesten landeinwärts gelegenen Kurve, wo die Straße auf die andere Seite der Schlucht gelangt, liegt unter dem Zelt der Loorbeerbäume von Los Tilosdie kleine Abzweigung zum Reserva de Biosfera el Canal y Los Tilos. Hier biegen Sie ab. Wenn Sie auf Ihrer Suche nach Los Tilos in Los Sauces angelangen, sind Sie bereits zu weit gerfahren und müssen drehen.

Nach ungefähr einem Kilometer auf der recht engen Straße treffen Sie auf den Parkplatz von Los Tilos. Hier befindet sich der Eingang zu den meisten Wanderungen durch das Waldgebiet. Wenn Sie der Straße bis zum Ende folgen, gelangen Sie nach ein paar hundert Metern zu einer kleinen Brücke. Von hier aus beginnt der Abstieg in den Barranco del Agua.

Folgen Sie der Straße bis zum Ende, erreichen Sie nach kurzer Zeit das Informationshaus des Biosphären Reservats. Hier hat man einige Dinge zum Thema aufbereitet, jedoch leider alles nur in Spanisch.

Barranco del Agua

Ein Spaziergang auf dem Grund des Barranco del Agua ist ein spektakuläres Erlebnis. Direkt hinter der kleinen im Barranco del AguaBrücke befindet sich der schmaler Pfad. Sie passieren nach wenigen Metern ein Törchen und steigen danach in die Schlucht hinunter.

Unten angekommen folgen Sie dem Verlauf der Schlucht landeinwärts, bis zu einem Felsen, der den Weg versperrt. Der Rückweg erfolgt über die gleiche Strecke. Ein gekennzeichneter Weg existiert nicht. Sie sollten stabile und wasserdichte Wanderschuhe einpacken.

Der schattige Boden des Barrancos ist stellenweise mit Wasser durchzogen. An den steil aufragenden Wänden rinnt überall Wasser. Lianen und Farne schlingen sich entlang der endlosen Felswände.

Im Flußbett befinden sich riesige Gesteinsbrocken, die zeigen, mit welcher Macht das Wasser hier einst tobte. Heute werden im Rahmen der menschlichen Wassernutzung auf La Palma zahlreiche Quellen umgeleitet, so verbleibt für den Barranco nur noch ein Rinnsal.

Dennoch sollten Sie den Weg bei schlechtem Wetter und nach größeren Regenfällen meiden, da die Gefahr von Steinschlägen dann besonders groß ist. Wenn Sie im Barranco fotografieren möchte, benötigen Sie einen lichtstarken Film, da nur spärliches, diffuses Licht zum Grund gelangt.

Weitere Wandervorschläge finden Sie hier.

Was ist ein ein Biosphärenreservat?

Biosphärenreservate sind ein Teil des internationalen Programmes "Man and the Biosphere (MAB)" der UNESCO. Sie der dichte Urwald von Los Tilos vom Aussichtspunkt Espigón Atravesado aus gesehensind keine normalen Naturschutzgebiete, sondern einzigartige Naturräume.

Am besten lassen sie sich als natürliche Laboratorien beschreiben, in denen die Wechselbeziehungen zwischen dem Menschen und seiner Umwelt untersucht werden. Man hofft damit, die Natur der Insel zukünftigen Generationen genau so zu hinterlassen, wie man sie von den Vorfahren übernommen hat.

Das Bild auf der linken Seite zeigt den dichten Urwald von Los Tilos vom Aussichtspunkt Espigón Atravesado aus gesehen, der eine kleine Meßstation beherbergt.

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Insel La Palma